Gesundheitsthema der Woche: SPORTMASSAGE

Die Sportmassage

Passend zum Thema der letzten Woche (Arnika – Mehr als ein Massageöl) beschäftigen wir uns dieses Mal mit der Sportmassage. Als Masseur im Sporthotel Jagdhof mache ich immer wieder die Erfahrung, dass die meisten Gäste ein falsches Bild von dieser Massage haben. Sogar viele Kollegen stellen sich darunter leider sehr häufig etwas anderes vor. Die meisten glauben, dass es sich bei der Sportmassage um eine (sehr) kräftige Massageform handelt und erwarten sich dementsprechend auch, dass ordentlich „zugepackt“ wird. Ich möchte Ihnen heute die Sportmassage kurz beschreiben und Missverständnisse aufdecken.

Unter Sportmassage wird die Anwendung der klassischen Massage im Rahmen der sportlichen Betätigung verstanden. Sie wird nach dem Zeitpunkt ihrer Anwendung in die vorbereitende Massage, die Zwischenmassage und die Regenerationsmassage eingeteilt. Sie findet also entweder vor, während oder nach dem Training oder Wettkampf statt. Die Grundgriffe der klassischen Massage (wie zum Beispiel Streichungen und Knetungen) werden dabei modifiziert eingesetzt. Das heisst, die Griffstärke und die Auswahl der Massagegriffe hängen vom Zeitpunkt der Massage und der jeweiligen Sportart ab. Muskeln und Muskelgruppen die dabei besonders beansprucht werden, stehen natürlich im Mittelpunkt der Behandlung. Auf sie wird gezielt eingegangen.

  • Vorwettkampfmassage: Sie erfolgt vor der Leistungserbringung. Sie hat in erster Linie den Sinn, den Athleten auf den bevorstehenden Wettkampf vorzubereiten und richtig einzustimmen. Der Masseur übernimmt dabei auch oft die Rolle eines Psychologen. Die Massage findet im Allgemeinen ungefähr eine Stunde vor dem Wettkampf oder Training statt und wird kurz gehalten (Dauer maximal 15 Minuten). Die Griffe des Therapeuten beschränken sich auf die wesentlichen Muskelgruppen. Zur Anwendung kommen schnelle, hautreizende und relativ weiche und druckarme Techniken. Die Durchblutung von Haut und Muskeln, sowie die Verschieblichkeit der Gewebeschichten (der sogenannten Faszien) werden somit verbessert. Die Vorwettkampfmassage darf auf keinen Fall ermüden oder detonisieren, sprich der Muskulatur an Spannung nehmen. Wichtig: Sie ersetzt nicht das aktive Aufwärmen des Sportlers!
  • Zwischenmassage: Sie kommt innerhalb des Trainings oder Wettkampfes zur Anwendung. Sie dauert maximal 10 Minuten. Kleinere Blessuren können bereits in dieser Phase behandelt werden.
  • Regenerationsmassage: Die Entmüdungsmassage sollte so früh wie möglich nach dem Training oder Wettkampf stattfinden. Am besten gleich nach den Abwärmen. Das sogenannte Cool Down (Auslaufen oder Ausfahren) ist für den aktiven Laktatabbau von großer Bedeutung und für eine optimale Regeneration unumgänglich. Bei der Regenerationsmassage wird hauptsächlich mit langsamen, intensiven Streichungen und stark muskelverformenden Knetungen gearbeitet. Entspannende Schüttelungen und Dehnungen können die Behandlung ergänzen. Darüber hinaus dient diese Massageform der Befunderhebung. Bei der körperlichen Belastung eventuell entstandende Überlastungssymptome und/oder Traumen können erkannt und gegebenenfalls sofort behandelt werden. Um den Abtransport der Stoffwechselendprodukte zu unterstützen und zu beschleunigen, sind für den Masseur Kenntnisse des Lymphgefäßsystems wichtig. Ziel der Massage ist die Durchblutung und Verschieblichkeit unter den Geweben wieder zu normalisieren. Bei Muskelkater beziehungsweise bei sehr stark gereizten, strapazierten Muskelpartien, sind kräftige Massagegriffe absolut kontraindiziert. Sie würden die Beschwerden nicht lindern sondern eher verschlimmern, da es sich beim Muskelkater um eine Muskelverletzung mit Entzündungsreaktionen handelt. In diesem Fall wird die Behandlung der druckschmerzhaften Muskulatur angepasst.

Bei einer guten Ausbildung beziehungsweise Fortbildung zum Sportmasseur, beschäftigt man sich eigentlich relativ wenig mit der Sportmassage, da die klassische Massage und das Lernen der Muskeln und Muskelgruppen bereits zur Basisausbildung eines jeden diplomierten Masseurs gehören. Meist sind es Themen wie Erstversorgung von Sportverletzungen, das Anbringen von Verbänden und Tapeverbänden, sowie Trainingslehre, Leistungsphysiologie und Ernährung die die Schwerpunkte des Ausbildungsinhaltes bilden. Dies deshalb, weil der Sportmasseur nicht nur als reiner Masseur oder Therapeut fungiert, sondern auch die Rolle eines Betreuers von Einzelsportlern oder Vereinen und Mannschaften übernimmt und damit den Trainer unterstützt. Dementsprechend ist das Einsatzgebiet groß und ein umfangreiches Programm des Kurses sehr wichtig um eine professionelle Beratung der Athleten zu ermöglichen.

Im Sporthotel Jagdhof bieten wir selbstverständlich auch Sportmassagen an. Für unseren sportlichen Gast ist natürlich vor allem die Massage nach körperlicher Belastung beziehungsweise die Regenerationsmassage am wichtigsten und von großer Bedeutung, da sie die Regeneration der ermüdeten Muskulatur sowie die Erholung des gesamten Organismus erheblich beschleunigt und die Leistungsfähigkeit verbessert.

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